Lebenlang Treu in der Ehe
Ehe
Lebenslange Treue? Ist das Möglich?
Immer mehr Ehen gehen heute in die Brüche.
Viele heiraten erst gar nicht - und trennen sich noch leichter. Aber muss das
so sein? Darf es überhaupt so sein? Die Bibel gibt hier klare Hinweise, die wir
nicht übersehen sollten!
Die Bibel kennt nur das eheliche Zusammenleben von Mann und Frau
Zunächst einmal: Die Bibel kennt kein Zusammenleben von einem Mann mit einer
Frau außerhalb der Ehe: „Deswegen wird ein Mensch den Vater und die Mutter
verlassen und seiner Frau anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein"
(Epheser 5,31). Nur dann spricht die Bibel von Mann und
Frau, von einer Ehe. Und das „ein Fleisch" sein, also der
Geschlechtsverkehr, steht offensichtlich nicht am Anfang einer Beziehung. Wenn
die erotische Ausstrahlung allein oder an erster Stelle steht, wird früher oder
später jede Beziehung zu Bruch gehen
Die Beziehung muss mit Christus beginnen!
Was sollte dann an erster Stelle stehen? Natürlich die gemeinsame Überzeugung
in dem Herrn Jesus. Es ist vollkommen unmöglich, dass ein gläubiger Mensch
einen ungläubigen Ehepartner heiraten will oder heiratet. Denn das Gebot des
Herrn bleibt bestehen (2. Korinther 6.14).
An zweiter Stelle wird sicher die gemeinsame Überzeugung über einen gemeinsamen
Weg als Christen stehen. Wie kann ich im ehelichen Miteinander und bei der
Erziehung von Kindern Gemeinschaft, Freude und Frieden genießen, wenn man über
viele wichtigen Punkte des Christenleben - und hier ist der gemeinsame Weg in
der Versammlung/Gemeinde/Kirche ausdrücklich mit eingeschlossen -
unterschiedlich denkt. Das ist unmöglich.
Zur Ehe gehört eine geistige und seelische Beziehung
Und dann sollte man natürlich auch geistig und seelisch „zusammenpassen".
Das ist sicher auch unter dem Ausdruck „anhangen" aus Epheser 5 zu verstehen. Dieses „Zusammenpassen" ist
sehr dehnbar. Es wäre sicher absurd, von beiden Ehepartner
den gleichen IQ und den gleichen Typ von Charakter zu verlangen. Häufig ziehen
sich ja gerade Kontraste an. Aber man sollte über diesen Punkt auf jeden Fall
nachdenken - ihn nicht übergehen.
Absolut sicher nicht (!) zu verachten ist auch der Punkt, dass man gegenseitig
Liebe empfinden muss. Wenn ich keine Zuneigung zu der „anderen" Person
empfinde, dann muss ich mich schon fragen, ob ich eine gute Wahl treffe. Neben
diesem Punkt sind noch eine Anzahl weiterer Punkte zu überdenken, die ich an
dieser Stelle einmal außen vor lasse.
Hast Du das „Ja" Deines Meisters?
Abschließende zu diesem Thema möchte ich aber einen wichtigen Aspekt noch
ansprechen: Bin ich mir sicher, dass der Herr diesen Ehepartner für mich
ausgesucht hat? Ist es sein Weg für mich, diesen Menschen zu heiraten? Das ist
eine ernste - und sehr wichtige Frage, die man unbedingt mit „Ja" beantworten
können sollte!
Treue ist biblisch - Untreue teuflisch
Nun zurück zum Thema „Lebenslange Treue". Gott sagt an einer Stelle der
Bibel deutlich: „Ich hasse Entlassung" (Maleachi 2,16
An dieser Stelle möchte ich noch ein weiteres Wort des Herrn Jesus hinzufügen: „Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen" (Matthäus 5,28). In den Augen Gottes reicht es, eine wildfremde Frau mit begehrlichem Blick anzuschauen - das ist Ehebruch. Es ist auffallend, dass das nur in bezug auf die Blicke des Mannes gesagt wird. Augenscheinlich sind wir Männer von dieser Gefahr ganz besonders betroffen - und wir müssen uns wohl alle eingestehen, dass wir alle hier schon gesündigt haben, oder?
Lerne von Hiob
Hiob sagt in Kapitel 31,1: „Ich habe mit meinen Augen einen Bund gemacht, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!" Manche Ehe wäre heute noch intakt, wenn der Ehemann diese weise Handlung von Hiob nachgeahmt hätte.
Und wir wollen uns warnen lassen, mit unseren Augen - Johannes spricht in 1. Johannes 2 von der Lust der Augen - oder in unserem Herzen - Johannes spricht von der Lust des Fleisches - äußerst vorsichtig umzugehen. Man fällt leichter als man aufsteht. Und das Fallen bedarf nur EINES unachtsamen Augenblicks!
Lebenslange Treue wird gesegnet - immer!
In der Bibel finden wir manche Ehe, die sehr lange Zeit hielt. Und wenn wir im Alten Testament Männer sehen, die mehrere Frauen hatten - also offenbar in dieser Hinsicht sehr schwach waren - dann ist das immer mit Schwierigkeiten und häufig Sünden verbunden.
Treue ist ein sehr hohes Gut für die Ehe und Familie. Man setzt für einen lustvollen Augenblick mit einem vielleicht wildfremden Menschen nicht nur die Ehe und die Familie aufs Spiel. Das eigene Glück - das wahre Glück meine ich - wird sehr schnell zerstört. Und dass man dann keine Gemeinschaft mit anderen Gläubigen haben kann, macht die Bibel ganz deutlich.
Und viele von uns haben von unseren Eltern und Großeltern wohl schon gehört, wie herrlich das Eheleben auch noch nach 30, 40 und 50 Jahren sein kann. Man muss nur investieren: Zeit, Engagement, Treue, Selbstaufgabe und vieles mehr. Aber es lohnt sich!
Manuel Seibel